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Piratenpartei - News

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Beeinflussung der Quote durch Wahlzettel ist verfassungswidrig

 
Beeinflussung der Quote durch Wahlzettel ist verfassungswidrig

Heute muss der Landtag Rheinland-Pfalz das Kommunalwahlgesetz in erster Beratung ändern.
Die Beeinflussung der Wahlentscheidung zugunsten weiblicher Kandidatinnen durch Angabe des Geschlechts auf dem Wahlzettel wie im §29 Abs.2 Satz 1 und 2 des Gesetzes vorgesehen, darf nicht sein, da verfassungswidrig.
Dies hatte die Piratenpartei Rheinland-Pfalz durch eine Klage vor dem Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz 2014 erreicht.
Die Piratenpartei steht ebenfalls für ein möglichst ausgewogenes Geschlechter Verhältnis in Räten und Parlamenten, nur sollte dies aus grundsätzlichen Überlegungen zur Freiheit der Wahl, nicht durch Beeinflussung auf dem Wahlzettel erreicht werden.
Durch die Gestaltung der Stimmzettel war hier eine staatliche Einflussnahme erkennbar, was das Verfassungsgericht auch aufgrund der Piratenklage festgestellt hat.
Die Piratenpartei wird beobachten, wie die Änderungen im Gesetz ausfallen.
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Überhastete „Placebo-Politik“ wird Vertrauen kosten

 
Überhastete „Placebo-Politik“ wird Vertrauen kosten

Das Attentat in Berlin war schrecklich. Was über den Attentäter, und seine Zeit in Europa heraus kommt, ist leider nicht viel besser.
Aber anstatt aufzuarbeiten was wirklich falsch gelaufen ist, werden sowohl von Bundesregierung, als auch von den Grünen und Linken im Minutentakt Forderungen zur „Sicherheit“ aufgestellt.
An erster Stelle natürlich mehr Videoüberwachung.
Dabei ist Amri als meistgesuchter Mann Europas NACH dem Attentat sowohl auf Überwachungsbildern vor einer Moschee, als auch auf einem Bahnhof zu erkennen. Was  hat also Videoüberwachung genutzt?
Was wird noch mehr Videoüberwachung nutzen?

Natürlich reicht dies nicht als Forderung, es wird auch noch elektronische Fußfesseln geben – und zwar für „Gefährder“. Noch ist nicht klar definiert wer und was eigentlich ein „Gefährder“ ist, aber egal – der Begriff hört sich gut an.
Nur, wenn Fußfesseln zur Massenware werden, sind sie für unsere Sicherheit genau so sinnlos wie Videoüberwachung. Sie werden kein Attentat verhindern, (siehe Frankreich) können aber eventuell hinterher aufzeigen, wo sich der Attentäter vor der Tat aufgehalten hat.
Was hilft dies den Toten der Anschläge? Oder deren Angehörigen?

Und natürlich werden wieder neue, schärfere Gesetze aufgestellt. Auch hier gilt, die vorhandenen Gesetze hätten durchaus ausgereicht Amris zu inhaftieren
Wie sollen neue Gesetze Attentate verhindern, wenn vorhandene, die dies gekonnt hätten,  nicht angewandt wurden?

Keine dieser neuen Forderungen wird also Anschläge verhindern können, deshalb haben sie auch nichts mit mehr Sicherheit zu tun.
Die „Placebo-Politik“ bewirkt nur eines. Die Freiheit von Menschen immer mehr einzuschränken und zu regulieren. Und dieser Aktionismus kostet Vertrauen. Vertrauen in den Staat, in seine Gesetze und in die gute Arbeit der Polizei.
Die Piratenpartei beteiligt sich deshalb nicht nicht an dieser „Aufrüstungs-Debatte“ und fordert zuerst einmal die Aufarbeitung, warum es zu den vielen Pannen im Fall Amris kommen konnte.
Und diese Transparenz wird dann wieder Vertrauen schaffen.
Vertrauen, eine der wichtigsten Voraussetzungen für Sicherheit UND Freiheit – nicht „Placebo-Politik“!
Update: Kamera Überwachung kann  dazu führen, dass die Umgebung der Kameras für Menschen gefährlich wird,  da diese Täter erkannt werden wollen um sich mit der Bluttat zu rühmen.  Dies hebt ihr Ansehen, und bei Selbstmordattentätern das Ansehen ihres Umfeldes.
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Eine Minute vor Zwölf – Landesregierung muss die frühkindliche Bildung in unseren Kitas sicherstellen

 
Eine Minute vor Zwölf – Landesregierung muss die frühkindliche Bildung in unseren Kitas sicherstellen

I. Ausgangslage

Nordrhein-Westfalens Kindertageseinrichtungen leiden seit Jahren an struktureller, zunehmender Unterfinanzierung und können ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag nicht mehr in angemessener Qualität gerecht werden. Die Zuschüsse des Landes reichen nicht aus, die tatsächlichen Finanzierungsanforderungen der Kindertagesbetreuung zu bewältigen, nicht einmal aktuelle Tarifsteigerungen können aufgefangen werden.

Schon im Jahr 2015 wurde seitens der Freien Wohlfahrtspflege konstatiert, dass Lohnsteigerungen, Energiekosten und Aufwendungen für die Kita-Räumlichkeiten so hoch seien, dass die 6.500-7.000 Kitas in NRW „längst nicht mehr kostendeckend geführt“ werden könnten.[1] In diesem Jahr folgte die ernüchternde Bezifferung des Defizits der Einrichtungen allein im Bereich der freien Träger mit 1,5 Milliarden Euro.[2]

Personalkosten machen etwa 85% der Gesamtkosten aus, so dass sich Steigerungen hier gravierend auf das gesamte Finanzierungssystem auswirken.[3] Die Dynamisierung der Kindpauschalen von jährlich lediglich 1,5% können die Tarifsteigerungen der vergangenen Jahre nicht ausgleichen.

Als die KiBiz-Kindpauschalen vor fast 10 Jahren festgelegt wurden, wurde das Arbeitgeber-Jahresbrutto einer Erzieherin mit ungefähr 41.230 Euro beziffert. Dank der Dynamisierung wuchs der Betrag in den letzten Jahren auf nun 45.759 Euro. Diese Summe reicht nur dann für die Finanzierung einer Erzieherin, wenn diese maximal in Stufe 6,3 fällt – nicht aber, wenn sie schon acht Jahre oder länger tätig ist. Hier werden jährlich je nach Stufe 5.508 Euro (S 6,4), 8.005 Euro (S 6,5) oder sogar 10.798 Euro (S 6,6) mehr fällig.

Die Beschäftigung erfahrener, ihrer Einrichtung treuer Erziehender wird für Träger so zu einer kaum zu bewältigenden finanziellen Belastung – „wirtschaftlicher“ ist die Einstellung von Berufsanfängern und die Befristung von Arbeitsverhältnissen. Inzwischen ist der Anteil der lediglich befristet angestellten pädagogischen Kräfte in Kindertageseinrichtungen in keinem Bundesland höher als in NRW (19,8%).[4] Dringend benötigtes Personal kann so nur schwerlich gewonnen werden – die Zahl der fehlenden Erzieher hat sich gegenüber 2012 verdoppelt und wird zurzeit bei 15.600 verortet. Für ihre Einstellung würden wiederum geschätzte 698 Mio. Euro jährlich anfallen.[5]

Schon länger kann der im KiBiz festgelegte und aus fachlich erforderliche Personalwert in vielen Einrichtungen nicht mehr eingehalten werden, eine Orientierung ist lediglich an der Mindestpersonalausstattung möglich.[6] Nordrhein-Westfalens Kindergartengruppen schneiden mit einem Personalschlüssel von 1:9,8 in Westdeutschland unterdurchschnittlich ab, sowohl hier als auch bei den Krippengruppen (1:3,6) werden die Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung nicht erreicht. Dabei würden bessere Personalschlüssel „positive pädagogische Interaktionen und bildungsanregende Aktivitäten für die Kinder“ ermöglichen, zur positiven Entwicklung der sprachlich-kognitiven Fähigkeiten beitragen und das emotionale Wohlbefinden der Kinder steigern. [7]

Rücklagen wurden unter diesen Umständen aufgebraucht und können nicht mehr gebildet werden, um die Träger und ihre Einrichtungen für Instandhaltungsmaßnahmen oder notwendige Investitionen zu wappnen – ihre Zukunftsfähigkeit ist gefährdet, kleinere Träger sehen sich gezwungen, die Trägerschaft aufzugeben und ihre Einrichtungen zu schließen oder wieder in die Hand der Kommunen zu geben, denen dadurch Mehrbelastungen entstehen.

Trotz dieser verheerenden Lage ist die Erarbeitung und Einführung einer auskömmlichen Finanzierung erst für die nächste Legislaturperiode, möglicherweise 2019, angedacht. Die zwischenzeitlich geplanten Zuschusserhöhungen stellen keine tragfähige „überbrückenden Finanzierung“ dar, sondern bedeuten eine Verlängerung der desaströsen strukturellen Unterfinanzierung.

Seit einiger Zeit warnen Träger und Experten nicht nur vor suboptimaler Qualität, sondern sprechen davon, dass Kindertageseinrichtungen des Landes gar ihrem Auftrag nicht mehr gerecht werden können:

„In dem bestehenden System […] kann die aus  fachwissenschaftlicher Sicht notwendige Qualität der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder nicht erreicht werden“, urteilt das aktuelle Gutachten „Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen in NRW“ der Hochschule Niederrhein.[8]

Nordrhein-Westfalen kann es sich nicht leisten, eine weitere Verschärfung der finanziellen Situation sehenden Auges zuzulassen. Nicht erst in ungewisser Zukunft, sondern jetzt muss die Arbeitsfähigkeit der Kindertageseinrichtungen es Landes sichergestellt werden, um den betroffenen Generationen von Kindern nicht weiter ihr Recht auf angemessene Bildung und Förderung in dieser lebenslang prägenden Phase vorzuenthalten.

II. Der Landtag stellt fest:
  • Kinder haben ein Recht auf gute Bildung und Förderung von Anfang an, dem die Kindertageseinrichtungen Nordrhein-Westfalens genügen müssen.
  • Die Kindpauschalen nach § 21 Abs. 1, Abs. 3 und Abs. 4 sowie § 21a des Gesetzes zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (KiBiz) sind zu gering, um eine auskömmliche Finanzierung der Kindertageseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen zu gewährleisten.
  • Um den Trägern zu ermöglichen, den laufenden Betrieb ihrer Einrichtungen sicher zu stellen und ihrem gesetzlichen Auftrag in angemessenem Maß nachzukommen, sind strukturelle Verbesserungen in der Finanzierung der Kindertagesbetreuung unerlässlich.
  • Eine Revision des Finanzierungssystems muss insbesondere die Entwicklung der Personalkosten berücksichtigen.
III. Der fordert die Landesregierung auf:
  • Die KiBiz-Pauschalen umgehend an die realen Kostenentwicklungen anzupassen und den Jugendämtern Zuschüsse in Höhe des realen Bedarfs von 3.973.342.800 Euro statt lediglich 1.973.342.800 Euro zur Verfügung zu stellen.
  • Unverzüglich die von Anfang an vorgesehene Evaluation zu veranlassen oder eine Auswertung der auf KiBiz.web und durch die Erhebungen der Statistikstelle in Dortmund vorhandenen Daten vorzunehmen, um der bevorstehende Grundrevision des Kinderbildungsgesetzes bzw. der Finanzierung der Kindertageseinrichtungen realistische Bedarfszahlen zugrunde legen zu können.
[1]
https://web.archive.org/web/20160229115730/http://www1.wdr.de/kitas-finanzloch-100.html.


[2]
http://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/kitas-geld-studie-100.html.


[3] Stellungnahme 16/2977, Freie Wohlfahrtspflege NRW.

[4]
http://www.laendermonitor.de/fileadmin/contents/indikatoren/datenblaetter_2016/tab74_lm16.jpg.


[5]
http://www1.wdr.de/nachrichten/kita-betreuung-studie-100.html.


[6] Stellungnahme 16/2977, Freie Wohlfahrtspflege NRW.

[7]
http://www.laendermonitor.de/profile-bundeslaender/nordrhein-westfalen/landesbericht/index.html.


[8]
https://www.hs-niederrhein.de/news/news-detailseite/wissenschaftlerteam-der-hochschule-niederrhein-kritisiert-kita-finanzierung-15239/.

 Kita  Bildung  Anträge
Unis beschränken wegen Urheberrechtsstreit den Zugang zu digitalen Lernmaterialien.

 
Unis beschränken wegen Urheberrechtsstreit den Zugang zu digitalen Lernmaterialien.

Spitzenkandidat der PIRATEN schlägt den Einsatz offener Lizenzen vor.

Letzte Woche wurde bekannt, dass die Universitäten in Rheinland-Pfalz dem Unirahmenvertrag von VG Wort und der Kulturministerkonferenz nicht beitreten. Damit folgen die rheinland-pfälzischen Universitäten dem deutschlandweiten Trend. Die Studierendenschaft muss mit einer drastischen Verschlechterung der Lehre rechnen. Die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters werden nicht im vollen Maße ausgenutzt bzw. zurückgefahren. René Pickhardt fordert eine Gesetzesänderung, nach der öffentlich finanzierte Inhalte offen lizensiert sein müssen.

Hintergrund: Laut Paragraph 52 a des Urheberrechtsgesetzes dürfen Lehrende und Forschende urheberrechtlich geschützte Werke für den Zweck der Lehre einsetzen, ohne eine entsprechende Lizenz erwerben zu müssen. Die VG Wort ist jedoch berechtigt, eine Vergütung einzufordern. Dies hat in der Vergangenheit bei digitalen Kopien in Form einer Pauschalvergütung, welche die Universitäten gerne getragen haben, gut funktioniert. Auf Grund eines BGH Urteils ist diese Pauschalvergütung durch eine Einzelabrechnung zu ersetzen. Für jeden Inhalt der in einem Lernmanagementsystem erscheint, sollen Universitäten nun 0.8 Cent pro Seite und pro Student oder Studentin bezahlen. Das Melden und Verarbeiten dieser Informationen ist aus Sicht der Landeshochschulrektorenkonferenz mit einem unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand verbunden. Aus diesem Grund sind die Universitäten dem Unirahmenvertrag nicht beigetreten. Die Konsequenz: Digitale Kopien und Inhalte müssen nun zum 1.1.2017 aus den Lernmanagementsystemen entfernt werden. Die Studierendenschaft erfährt einen Rückschritt in Bezug auf digitale Möglichkeiten des Lernens.

Der rheinland-pfälzische Spitzenkandidat zur Bundestagswahl René Pickhardt fordert schon seit längerem, sämtlich öffentlich finanzierte Lehrinhalte und wissenschaftliche Publikationen unter eine offene Lizenz zu stellen. In diesem Fall wäre weder das öffentlich finanzierte Wissen privatisiert, noch würde beim Einsatz der Materialien eine Tantieme für die VG Wort anfallen. Seiner Meinung nach bieten die Konflikte, die aus dem Unirahmenvertrag resultieren, die Möglichkeit endlich die Verabschiedung eines längst überfälligen Gesetzes – nämlich verpflichtende offene Lizenzen für öffentlich finanzierte Inhalte – anzugehen.
 Aktuelles  Allgemein  Bildung  Bundestagswahl 2017  Digitalisierung  lernen  Studenten  studieren  Unirahmenvertrag  Universität  VGWort
Unis beschränken wegen Urheberrechtsstreit den Zugang zu digitalen Lernmaterialien.

 
Unis beschränken wegen Urheberrechtsstreit den Zugang zu digitalen Lernmaterialien.

Spitzenkandidat der PIRATEN schlägt den Einsatz offener Lizenzen vor.

Letzte Woche wurde bekannt, dass die Universitäten in Rheinland-Pfalz dem Unirahmenvertrag von VG Wort und der Kulturministerkonferenz nicht beitreten. Damit folgen die rheinland-pfälzischen Universitäten dem deutschlandweiten Trend. Die Studierendenschaft muss mit einer drastischen Verschlechterung der Lehre rechnen. Die Möglichkeiten des digitalen Zeitalters werden nicht im vollen Maße ausgenutzt bzw. zurückgefahren. René Pickhardt fordert eine Gesetzesänderung, nach der öffentlich finanzierte Inhalte offen lizensiert sein müssen.

Hintergrund: Laut Paragraph 52 a des Urheberrechtsgesetzes dürfen Lehrende und Forschende urheberrechtlich geschützte Werke für den Zweck der Lehre einsetzen, ohne eine entsprechende Lizenz erwerben zu müssen. Die VG Wort ist jedoch berechtigt, eine Vergütung einzufordern. Dies hat in der Vergangenheit bei digitalen Kopien in Form einer Pauschalvergütung, welche die Universitäten gerne getragen haben, gut funktioniert. Auf Grund eines BGH Urteils ist diese Pauschalvergütung durch eine Einzelabrechnung zu ersetzen. Für jeden Inhalt der in einem Lernmanagementsystem erscheint, sollen Universitäten nun 0.8 Cent pro Seite und pro Student oder Studentin bezahlen. Das Melden und Verarbeiten dieser Informationen ist aus Sicht der Landeshochschulrektorenkonferenz mit einem unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand verbunden. Aus diesem Grund sind die Universitäten dem Unirahmenvertrag nicht beigetreten. Die Konsequenz: Digitale Kopien und Inhalte müssen nun zum 1.1.2017 aus den Lernmanagementsystemen entfernt werden. Die Studierendenschaft erfährt einen Rückschritt in Bezug auf digitale Möglichkeiten des Lernens.

Der rheinland-pfälzische Spitzenkandidat zur Bundestagswahl René Pickhardt fordert schon seit längerem, sämtlich öffentlich finanzierte Lehrinhalte und wissenschaftliche Publikationen unter eine offene Lizenz zu stellen. In diesem Fall wäre weder das öffentlich finanzierte Wissen privatisiert, noch würde beim Einsatz der Materialien eine Tantieme für die VG Wort anfallen. Seiner Meinung nach bieten die Konflikte, die aus dem Unirahmenvertrag resultieren, die Möglichkeit endlich die Verabschiedung eines längst überfälligen Gesetzes – nämlich verpflichtende offene Lizenzen für öffentlich finanzierte Inhalte – anzugehen.
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Zu Top 2: “Schlaue Schüler brauchen ein modernes Bildungssystem”

 
Zu Top 2: “Schlaue Schüler brauchen ein modernes Bildungssystem”

Zur Vorstellung der Ergebnisse des IQB-Bildungstrend 2015 durch Bildungsministerin Britta Ernst sagt der schulpolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck:

“Ich gratuliere den schleswig-holsteinischen Schülern. Das war eine klasse Leistung! Doch, auch wenn das Bildungsministerium sich für diese Entwicklung auf die Schultern klopft: Das aktuelle Bildungssystem in Schleswig-Holstein ist nach wie vor ausbaufähig. Da hilft es auch nicht, die IQB-Studie in aller Einzelheit vorzustellen.

In Schleswig-Holstein herrscht nach wie vor Lehrermangel. Die Unterrichtsversorgung ist noch lange nicht bei 100 Prozent und die Lehrerausbildung noch immer nicht attraktiv genug.

Dennoch hat sich einiges in unserem schönen Bundesland getan: Die Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem hin zum integrativen unterstützen wir sehr. Schleswig-Holstein weist dahingehend eine gute Entwicklung auf, die weiter ausgebaut werden sollte. Mit entsprechend qualifizierten Lehrkräften.

Außerdem muss Schleswig-Holstein ein modernes Bildungssystem auf den Weg bringen. Wir fordern flächendeckend WLAN an Schulen, eine landesweite OER-Strategie und verpflichtende Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte im Bereich Digitale Medien. Auch von Informatik als Schulpflichtfach rücken wir nicht ab – informatische Bildung ist essentiell für die Teilhabe an unserer technisierten Gesellschaft.”

Bild: Tim Reckmann / pixelio.de

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Praxissemester: Die heimliche Kürzung in der Lehrerausbildung

 
Praxissemester: Die heimliche Kürzung in der Lehrerausbildung

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Lehramtsstudenten sollten so wie früh wie möglich vor einer Klasse stehen, damit sie nicht nach ein paar Jahren Studium völlig überrascht feststellen: Huch, da sind ja Kinder. Deswegen gibt es seit Februar 2015 in Nordrhein-Westfalen ein sogenanntes Praxissemester, bei dem angehende Lehrkräfte während ihres Master-Studiums knapp sechs Monate lang probeweise unterrichten. Diese sechs Monate hat die rot-grüne Regierung aber gleichzeitig beim Referendariat weggekürzt – ohne sie zu bezahlen.

Das erste halbe Jahr Lehrerausbildung wird also – trotz eines ersten universitären Bachelor-Abschlusses – nicht mehr entlohnt. Klammheimlich spart die Regierung kräftig Geld ein, feiert die Maßnahme aber als Fortschritt. Vertreter der Studierendenschaft protestieren dagegen – mit geradezu moderaten Vorschlägen: Die Initiatorin einer Online-Petition hat auf Basis des Mindestlohns von 8,50 Euro ein monatliches Gehalt von rund 425 Euro ausgerechnet. Das ist rund ein Drittel des ehemaligen Referendariats-Gehalts von über 1200 Euro.
Unser Abgeordneter @Nick_Haflinger zu unserem #Praxissemester-Antrag. #ltnrw #aUSzeit pic.twitter.com/YmnxhZyo7w

— Piratenfraktion NRW (@20piraten) November 9, 2016


Unter enger Zusammenarbeit mit Vertretern aus der Studierendenschaft hat die Piratenfraktion NRW einen Antrag verfasst, um diese heimliche Kürzungsmaßnahme rückgängig zu machen. „Politiker, Gewerkschaften, Verbände und Ministerinnen sagen andauernd ‚Der Lehrerberuf muss attraktiver werden‘. Doch diese 5 Wörter reichen nicht“, spricht Piraten-Abgeordneter Joachim Paul bei seiner Rede im Landtag NRW die Regierungsbank an. „Sie machen den Lehrerberuf noch unattraktiver, als Ihnen selbst das lieb sein kann.“

Der Piraten-Antrag wurde nun in den Ausschuss für Innovation, Wissenschaft und Forschung überwiesen und wird dort weiter diskutiert.

Mehr:

Antrag mit AStA-Vertretern: Lehrerausbildung fair entlohnen

Debatte in Fraktionssitzung: Sollte praktische Lehrerausbildung bezahlt werden?
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Sven Krumbeck: “G8/G9-Debatte ist nur zeitaufreibend”

 
Sven Krumbeck: “G8/G9-Debatte ist nur zeitaufreibend”

Zur heutigen Forderung (3.11.16) des Präsidenten der Europa-Universität Flensburg, Prof. Werner Reinhart, zum G9-Abitur an Gymnasien zurückzukehren, erklärt der bildungspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck:

“Es ist ja nicht so, dass das Abitur in neun Jahren nicht mehr möglich ist. An den Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen gibt es nach wie vor die Option, G9 wahrzunehmen. Zwar herrscht hier noch ein starkes regionales Ungleichgewicht, so dass die G9-Gemeinschaftsschul-Variante nicht überall flächendeckend angeboten werden kann.

Dennoch sollte man sich jetzt lieber auf die Stärkung der bestehenden Gemeinschaftsschulen konzentrieren und die Unterrichtssituation an allen weiterführenden Schulen ausbauen und verbessern. Es wäre weitaus sinnvoller, als eine fruchtlose und zeitaufreibende Debatte über die Frage zu führen, was jetzt besser ist: G8 oder G9.

Ich möchte dahingehend an den Bildungsdialog erinnern, in dem sich die Koalition sowie Eltern- und Schülervertreter gegen ständige Forderungen nach Strukturreformen an Schulen ausgesprochen haben. Denn das bringt niemanden weiter, am wenigsten die Schülerinnen und Schüler.”

Ansprechpartner:
Sven Krumbeck – MdL, Telefon: 0431-988-1639
Florence Ledermann – Assistentin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon: 0431-988-1635

Foto: Joerg Trampert /pixelio-de

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‚Gute Schule 2020‘ führt zu Schattenhaushalten und Entmündigung

 
‚Gute Schule 2020‘ führt zu Schattenhaushalten und Entmündigung

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Monika Pieper, Bildungspolitische Sprecherin der Piratenfraktion NRW, erklärt zur heutigen Unterricht der Landesregierung im Landtag „Gute Schule 2020 – wir investieren jetzt für morgen“:

„Dies Programm soll nur der Umgehung der Schuldenbremse dienen, aber die Landesregierung ist selbstverständlich nicht gewillt, dies auch öffentlich zu sagen.

Grundsätzlich begrüßen wir eine Investition von zwei Milliarden Euro in die Schulinfrastruktur. Leider müssen wir uns aber auch mit dem unseriösen ‚wie und wann‘ dieses Programms auseinandersetzen.

Der Finanzminister rühmt sich der Tatsache, dass das erste Jahr tilgungsfrei sei und man deshalb nichts im Haushalt 2017 sehen würde. Erst danach beginnen peu á peu die Rückzahlung und weil die zwei Milliarden nicht auf einmal ausgezahlt werden und auch nicht direkt voll getilgt werden bleibt aus Sicht der Regierung sogar die mittelfristige Finanzplanung unberührt. Diese Taschenspielertricks im Milliardenbereich kennt man sonst nur von Großbanken.

Zudem werden durch die zweckgebundenen Mittelzuweisungen die Kommunen de facto entmündigt, denn entgegen der Selbstverwaltungsgarantie dürfen die Kommunen das Geld nicht einsetzen, wie sie es für richtig halten.

Wenn das Thema nicht so immens wichtig wäre, könnte man auf die Ironie des Titels anspielen, der ja erwarten lässt, dass wir vor 2020 keine „gute Schule“ mehr erwarten können. Fakt ist, dass nur 2017 nur 25% ausgezahlt werden, der Rest aber erst in den nächsten Jahren. Das, was hier als Programm vorgelegt wird, passiert weder jetzt noch steht ein durchdachtes Konzept dahinter.

Wir brauchen dringend Investitionen in Bildung. Das gilt für die Infrastruktur als auch für das Personal. Zwei Milliarden können nur ein Anfang sein und decken nur die Versäumnisse der Vergangenheit ab. Darüber hinaus brauchen wir wirklich einen konkreten Plan wie wir den Bereich Lernen in einer digitalisierten Welt angehen wollen.“
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G9 jetzt – Farbe bekennen, lieber Landtag!

 
G9 jetzt – Farbe bekennen, lieber Landtag!

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Monika Pieper, Bildungspolitische Sprecherin der Piratenfraktion NRW erklärt zur heutigen Landtagsdebatte übver den Antrag der PIRATEN „G9 für Nordrhein-Westfalen jetzt!:

„Das G8 ist in NRW gescheitert. Es fehlt die Akzeptanz bei Eltern, Schülern und Lehrern.

Nur ein G9 mit einer echten sechsjährigen Sekundarstufe I erreicht die von Schülern und Eltern gewünschte Entzerrung und somit mehr Zeit für persönliche Entfaltung und Entwicklung in der Schullaufbahn. Nur ein G9 mit einer echten sechsjährigen Sekundarstufe I beendet die Abkopplung des Gymnasiums von den anderen Schulformen.

Es bringt nichts, noch länger zu warten, ehe man daran geht diesen Fehler auszuräumen. Die grundlegenden Probleme der Schulzeitverkürzung am Gymnasium sowie die mangelnde Akzeptanz sind lange bekannt. Es sollten keine weiteren Jahrgänge in die verkürzte Schullaufbahn geschickt werden.

Die Abgeordneten dieses Landtags tragen die Verantwortung für eine vernünftige Schulpolitik, die für die Menschen gemacht ist, die sie betrifft. Wir brauchen jetzt ein Gesetz, dass die Rückkehr zu G9 für das Schuljahr 17/18 ordentlich regelt.“
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Uli König und Sven Krumbeck: Einzelerfassung von Lehrmaterialen: Eine katastrophale Entwicklung

 
Uli König und Sven Krumbeck: Einzelerfassung von Lehrmaterialen: Eine katastrophale Entwicklung

Zur Einigung über einen neuen Rahmenvertrag für die Verwendung von Schriftwerken für Lehre und Forschung an Hochschulen erklären der hochschulpolitische Sprecher der Piratenfraktion, Uli König und der medienpolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck:

Uli König:
“Die Entscheidung der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK), des Bundes und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort), das durch Hochschulen verwendete urheberrechtlich geschützte Material einzeln statt pauschal in Rechnung zu stellen, ist eine katastrophale Entwicklung.

Die Einzelerfassung jeder der von Hochschulen verwendeten Quellen ab 2017 zwingt die Hochschulen zur administrativen Sisyphusarbeit. Dozentinnen und Dozenten werden ab sofort zweimal darüber nachdenken müssen, ob sie Vorlesungsskripte zusammen- und ihren Studierenden zur Verfügung stellen. Die Qualität des Studiums wird dadurch erheblich abnehmen – zum Leidwesen der Studierenden.”

Sven Krumbeck:
“Dass es anders und vor allem konstruktiv in Sachen Urheberrecht zugehen kann, zeigt das Fair-Use-Prinzip in Großbritannien und den USA. Hier kann urheberrechtlich geschütztes Material auch ohne Zustimmung des Urheberrechtsinhabers genutzt werden – und zwar wenn es etwa der (Weiter-)Bildung dient.

Dass eine ähnliche angemessene Verwendung von urheberrechtsgeschütztem Material im Hochschul-Bereich in Deutschland nicht ohne Weiteres möglich scheint, ist ein Armutszeugnis für die KMK, den Bund und die reformbedürftigen Verwertungsgesellschaften.

Die fortwährende digitale Ausrichtung unserer Gesellschaft kann nicht gefördert werden, wenn solche restriktiven Entscheidungen im Wege stehen.”

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Uli König: “Erst Strukturverbesserung, dann Exzellenzinitiative”

 
Uli König: “Erst Strukturverbesserung, dann Exzellenzinitiative”

Zum Vorschlag von Schleswig-Holsteins Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) eine Exzellenzinitiative für Fachhochschulen aufzubauen, erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Piratenfraktion, Uli König:

„Der Vorschlag zum Aufbau einer bundesweiten Exzellenzinitiative für Fachhochschulen ist prinzipiell zu begrüßen. Nicht nur bei Universitäten sollte Spitzenforschung ermöglicht werden – zahlreiche Fachhochschulen, wie etwa in Schleswig-Holstein die FH Lübeck, die FH Kiel oder die HS Flensburg, glänzen schon seit langem mit innovativen Projekten zu Energie- oder Technologiethemen. Allerdings sollte man hier nichts überstürzen: Universitäten haben grundsätzlich einen anderen Forschungs- und Lehrschwerpunkt, die reine Übertragung des Förderprogramms auf Fachhochschulen wäre ein Wink in die falsche Richtung. Bevor eine Exzellenzinitiative auf den Weg gebracht werden kann, sollte zunächst das Fachhochschul-Konzept differenziert überdacht und ausgestaltet werden.

Fachhochschulprofessoren haben strukturell gar nicht die Möglichkeit, angemessen zu forschen: Die Lehr- und Unterrichtsverpflichtung ist in der Regel doppelt so hoch wie bei Universitätsprofessoren, auch müssen Fachhochschulprofessoren im Gegensatz zu Universitätsprofessoren in der Regel ohne wissenschaftliche Mitarbeiter auskommen.

Außerdem liegt der Fokus der Fachhochschulen ganz klar auf der Angewandten Wissenschaft. Die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und die Durchführung von Auftragsforschung ist ausschlaggebend für die Entwicklung zahlreicher Innovationen. Diese Ausrichtung soll entsprechend unterstützt und gestärkt werden.

Eine Spitzenforschung im Sinne der traditionellen Exzellenzinitiative setzt zudem die Möglichkeit zur Promotion voraus – das Promotionsrecht liegt aber immer noch allein bei den Universitäten. Bislang hat man nur in Hessen erkannt, dass ein eigenständiges Promotionsrecht förderlich für die Forschung an Fachhochschulen ist. Das Promotionskolleg hilft hier nicht weiter, sondern ist nur alter Wein in neuen Schläuchen. Auch die geringe Anzahl von Masterstudiengängen an Fachhochschulen stellt eine Benachteiligung gegenüber Universitäten dar.

Hier wäre zunächst eine gezielte Veränderung der Strukturen an Fachhochschulen erforderlich – dann kann man sehr gerne über eine entsprechende, den Bedürfnissen der Fachhochschulen angepassten Exzellenzinitiative sprechen.“

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Gemeinschaftsschul-Oberstufen sind Luxus

 
Gemeinschaftsschul-Oberstufen sind Luxus

Zur Entwicklung der neugeschaffenen Oberstufen an Gemeinschaftsschulen erklärt der bildungspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck:

“Der Bericht der Landesregierung zeigt deutlich, dass die gezielte Schaffung von Oberstufen an Gemeinschaftsschulen nicht dem öffentlichen Bedürfnis entspricht, von dem die Landesregierung noch vor drei Jahren ausgegangen ist. Zwar teilen wir PIRATEN den Grundgedanken der Landesregierung, aber gut gedacht ist nicht automatisch gut gemacht.

Nicht nur, dass die festgelegte Mindestanzahl von 50 Schülerinnen und Schülern in neun von 17 neugeschaffenen Oberstufen an Gemeinschaftsschulen nicht erreicht wurde, auch die regionale Verteilung der neuen Gemeinschaftsschul-Oberstufen lässt zu wünschen übrig.

Auch die geforderte Profil-Vielfalt kann durch kleine Oberstufen nicht im gewünschten Maße umgesetzt werden. Es steht noch immer die Frage im Raum, warum wir uns den Luxus “Mini-Oberstufen” leisten, wenn doch genügend Schulen mit Oberstufen in Schleswig-Holstein vorhanden sind. Die Zusammenarbeit mit Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ) und anderen, bereits etablierten Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen läuft auf vielen Ebenen gut, man könnte diese Kooperation gewinnbringend ausbauen.

Angesichts des anhaltenden Lehrermangels und der ausbaufähigen Unterrichtsversorgung sollte genau darüber nachgedacht werden, wie die schleswig-holsteinische Schullandschaft zu gestalten ist. Der Einsatz von Ersatzlehrkräften aus anderen Schulen an den neugeschaffenen Gemeinschaftsschul-Oberstufen ist definitiv keine Lösung.”

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Zum Weltlehrertag: Zufriedene Lehrer bilden starke Kinder aus

 
Zum Weltlehrertag: Zufriedene Lehrer bilden starke Kinder aus

Zum Welttag der Lehrerin und des Lehrers erklärt der bildungspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck:

„Sie bereiten Ihr Kind auf ein selbstbestimmtes Leben vor, sie bringen Ihrem Kind die Grundlagen für eine Teilhabe an der Gesellschaft bei und sie holen das Beste aus Ihrem Kind heraus: Lehrerinnen und Lehrer. Nicht nur am Weltlehrertag sollte man ihnen dafür danken. Lehrerinnen und Lehrer begleiten Schülerinnen und Schüler durch ihre gesamte schulische Laufbahn, sie sind Lehrkraft und Vertrauensperson, Förderer und Moralinstanz in einem.

Der Anspruch an diese Berufsgruppe ist dementsprechend groß: Lehrerinnen und Lehrer müssen außerordentlich qualifiziert sein, sie müssen soziale Kompetenzen vermitteln können, im Austausch mit den Eltern stehen und müssen sich – neben Vor- und Nachbereitung des Unterrichts – stetig weiterbilden. Wenn es um die Verbesserung schulischer Strukturen und die bestmögliche Vermittlung von Bildung geht, stehen ihre Bedürfnisse also an erster Stelle.

Deswegen setzen wir PIRATEN uns für eine nachhaltige Förderung der Gesundheit und eine angemessene Besoldung von Lehrkräften ein. Lehrerinnen und Lehrer dürfen nicht als reines Dienstleistungspersonal verstanden werden. Die Förderung einer positiven Lernatmosphäre kann nur gewährleistet werden, wenn Lehrkräfte gerechte Arbeitsverträge erhalten – und den Fächern entsprechend genügend Lehrpersonal an den Schulen eingesetzt wird.

Auf diese Weise kann auch der Weg zur digitalen Bildung geebnet werden: Aneignung von Medienkompetenz, Umgang mit modernen Medien im Unterricht, die Verwendung von freien Bildungsmaterialien (Open Education Resources) und die Förderung von E-Learning kann in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Lehrerinnen und Lehrer nicht nur einfacher, sondern auch mit Enthusiasmus umgesetzt werden. Damit Kinder bestens gerüstet sind für ein eigenständiges Leben im digitalen Zeitalter.“

Bild: Helene Souza/pixelio.de
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G9 jetzt – Farbe bekennen, liebe SPD!

 
G9 jetzt – Farbe bekennen, liebe SPD!

Monika Pieper, Bildungspolitische Sprecherin der Piratenfraktion NRW erklärt zur Beschlussvorlage der Antragskommission zum Landesparteitag der SPD „Gute Schule. Beste Bildung.“:
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„Die SPD befindet sich weiterhin auf der falschen Fährte. Der zur Abstimmung stehende Leitantrag verfestigt das G8 und ignoriert den Willen der Menschen in NRW.

Mit der Beschlussvorlage der Antragskommission „Gute Schule. Beste Bildung.“ hält die SPD an der Schulzeitverkürzung fest. G8 soll der Regelfall bleiben und das Abitur nach 13 Jahren an den Gymnasien nur als Ausnahmefall möglich werden. Auch wenn der Entwurf den Schülerinnen und Schülern der Gymnasien sowohl einen acht- als auch einen neunjährigen Weg zum Abitur eröffnet, ist deshalb nicht geeignet, die wesentlichen Webfehler des „Turbo-Abiturs“ zu beheben.

Das Konzept der SPD besteht im Kern darin, die Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe in den letzten Jahrgang der Sekundarstufe I zu verschieben. Aber im Hinblick auf die Verdichtung des Unterrichts und die zeitliche Belastung ändert sich für die Schülerinnen und Schüler dadurch nichts. Die notwendige Entzerrung und Entlastung kann nur durch einen in der Regel neunjährigen Bildungsgang am Gymnasium (G9) erreicht werden.“
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G irgendwas für alle, aber nicht jetzt!

 
G irgendwas für alle, aber nicht jetzt!

Monika Pieper, Bildungspolitische Sprecherin der Piratenfraktion NRW, fordert die Landesregierung zur Klarstellung auf:
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„Seit vier Jahren klebt die Schulministerin wie Pattex am G8, nun kommt plötzlich die Kehrtwende: Ihr reicht es nicht einmal, die Schulzeit für alle zu verlängern, jetzt soll jeder Schüler seine eigene Lernzeit bekommen.

Dies ist zwar Piratenposition seit 2010, so eine Umstrukturierung ist realistisch aber nur mittel – bis langfristig umsetzbar und nutzt in der aktuellen Debatte genau—gar nichts!

Wir brauchen jetzt eine Lösung für die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium. Und die heißt #G9fürNRW. Dazu stehen wir und dabei bleibt es. Und das weiß die Schulministerin auch sehr genau. Da nutzt es nichts, hier jetzt Nebelkerzen zu werfen.

Vor der Sommerpause haben die anderen Fraktionen eine Debatte zum Turbo-Abi verweigert, unser Antrag auf aktuelle Stunde vom 09. September wurde abgelehnt. Diese Debatte darf nicht nur durch die Presse geführt werden. Die Landesregierung muss endlich Farbe bekennen. Wohin soll die Reise gehen? Daher beantragen wir für morgen die Änderung der Tagesordnung um diese Debatte zu führen.
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Haushaltsziele 2017 komplett verfehlt: Bildung ist die Basis für die Zukunft

 
Haushaltsziele 2017 komplett verfehlt: Bildung ist die Basis für die Zukunft

Michele Marsching, Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion NRW, erklärt in der heutigen Landtagsdebatte über den Haushalt 2017:
Wir fordern die Verdoppelung des Bildungsetats, denn wir wollen unsere Schüler fit machen für die Zukunft. Ein Pflichtfach Informatik, eine vernünftige Ausstattung der Schulen, kleinere Klassen, eine gut finanzierte und vernünftig umgesetzte Inklusion und nicht zuletzt eine Rückkehr zu G9. Das sind die Eckpfeiler einer zukunftsorientierten Bildungspolitik.

Das Mantra „Kein Kind zurücklassen!“ ist blanker Hohn. Knapp 40% Kinderarmut in Gelsenkirchen sprechen für sich. Wir haben in NRW eine ‚Achse der Abgehängten‘. Aber all das wird im Haushaltsentwurf der Landesregierung schöngeredet. Wir müssen konstatieren, dass in NRW die Armut vererbt wird.

Ein schnelles und freies Internet ist die Basis für viele der heutigen und zukünftigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Prozesse. Diese Landesregierung verheddert sich in ihren Kupferkabeln. So bildet sich nicht nur Stau auf der A40, sondern auch auf den Datenautobahnen Nordrhein-Westfalens. Wir brauchen dringend den von uns geforderten Masterplan für den Glasfaserausbau.

Symptomatisch für diese rot-grüne Landesregierung ist auch das Festhalten an der Braunkohle statt auf Erneuerbare Energie zu setzen. Die Energiewende ist mit dieser Ministerpräsidentin und den Grünen nicht zu machen. Zukunft sieht anders aus.

Daher fordern wir PIRATEN als einzige Partei in diesem Landtag die Einführung eines sozial gerechten Bedingungslosen Grundeinkommens, um jedem Menschen in Deutschland ein menschenwürdiges, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
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Lernmittelfreiheit ist in Schleswig-Holstein eine Illusion – aber Bildung muss frei sein!

 
Lernmittelfreiheit ist in Schleswig-Holstein eine Illusion – aber Bildung muss frei sein!

Zur Berichterstattung des sh:z “Schulkinder kosten Eltern 1.000 Euro pro Jahr” am 27. Juli 2016 sagt der bildungspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Sven Krumbeck, als MitInitiator der Kostenanalyse:

“Alle reden darüber, alle finden es gut und seit 1959 ist die Forderung  nach freier Bildung Teil des sozialdemokratischen Godesberger Programms – getan wurde dennoch zu wenig dafür.

Seit dem PISA-Schock wissen alle um den prekären Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen. Als die PIRATEN das Thema 2014 erneut auf der politischen Tagesordnung des Landtags platzierten war klar, dass ohne belastbare Datengrundlage nicht viel passieren würde. Diese Daten liegen jetzt vor.

Wenn Eltern nachweislich rund 1.000 Euro pro Jahr in die Schulbildung eines Kindes investieren, dann deckt das die dramatisch große Lücke auf, die sich allein zwischen den Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes (100 Euro) und den tatsächlichen Kosten auftut. Diese Deckungslücke tragen die Kinder. Soziale Herkunft entscheidet weiterhin darüber, wem welche Bildungschancen offen stehen.

Wir dürfen nicht länger zulassen, dass der soziale Status über Bildungschancen entscheidet; dass die Herkunft die Chancen des Einzelnen schon in dem Moment bestimmt, in dem er die Schule betritt.

Wir wollen hier einen Paradigmenwechsel. Lippenbekenntnisse reichen nicht mehr. Es bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Koalition für Bildungsfreiheit. Für diese Koalition wollen wir PIRATEN werben!”
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http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/2500/drucksache-18-2502.pdf


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http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/dr2015ucks/1700/drucksache-18-1735.pdf



Foto: Paul-Georg Meister / Pixelio.de
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Bildung hoch vier – Leitlinien einer „Strategie für die schulische Bildung in der digitalisierten Welt“

 
Bildung hoch vier – Leitlinien einer „Strategie für die schulische Bildung in der digitalisierten Welt“

I. Sachverhalt

Die politische Aufgabe bei der Gestaltung der digitalen Revolution besteht darin, die Entfaltung jener Potentiale der „Neuen“ Technologien zu begünstigen, die das Leben jedes Einzelnen bereichern und dem Gemeinwohl zuträglich sind. Die „neuen“ Technologien bieten ohne Zweifel vielfältige Möglichkeiten, um Wissenschaft, Kultur, Geselligkeit und Bildung zu befördern. Doch dieses Potential verwirklicht sich nicht von alleine.

Herausforderungen für die schulische Bildung

Die Reflexion der gegenwärtigen und zukünftigen Folgen der digitalen Revolution, d.h. die Einführung und der Einsatz von Informatiksystemen in allen Lebensbereichen sowie die Herausforderungen, die diese für die Bildung bedeuten, ist eine der dringlichsten Zukunftsaufgaben. Es gilt die Frage zu beantworten: Was für eine Bildung brauchen wir für das Leben in der digitalen Welt, heute und in Zukunft? Die Frage ist vielschichtig und wird hier mit dem Fokus auf die schulische Bildung skizziert.

(Fehlende) Beschreibung des Begriffes „digitalisierte Welt“

In der aktuellen Debatte um Bildung und Digitalisierung sind unterschiedliche Vorstellungen darüber entstanden wie die Gesellschaft auf diese technischen Veränderungen reagieren soll. Zunehmend ist zu beobachten, dass bei der Betrachtung der „digitalisierten Welt“ oft ungleiche Vorstellungen davon existieren was technisch und gesellschaftlich heute bereits möglich bzw. vorhanden ist. Noch größer wird die Diskrepanz mit Hinblick auf die Zukunft, auch wenn es um die nahe Zukunft der nächsten zehn Jahre geht.

Unwidersprochen ist jedoch die Aussage, dass die Generation unter 30, speziell Jugendliche,  mit einem internetfähigen digitalen Endgerät ausgestattet sind. Das hilft bei der Beschreibung insofern, dass man mithilfe zweierlei Aussagen zumindest die Charakteristika dieser „digitalisierten Welt“ beschreiben kann.
  • Status quo der gesellschaftlichen Debatte – nicht „offline vs. online“ sondern „onlife“
Während in Teilen der Politik immer noch der Gedanke vorherrscht, dass noch eine Welt ohne Internet existiert, plädieren Wissenschaftler längst für die Überwindung der Diskussion „offline  und online“. Das Begriffspaar „online und offline“ verliert zunehmend an Bedeutung und ist aufgrund des Wesens der Digitalisierung durch den kontinuierlichen Zustand des „onlife“ ersetzt worden.

Das „Digitale“ gehört zum Leben eines jeden Menschen – ob er will oder nicht. Der Mensch ist, auch ohne dass er es merkt und ohne sein eigenes Zutun, in der Gesellschaft heutzutage digital vernetzt. Es gibt keinen „abstinenten Zustand“, lediglich Situationen, in denen man Technologie nicht aktiv nutzt. Im Zeitalter des Internets der Dinge arbeitet unsere gesamte Umgebung vernetzt.
  • „Neue“ Eigenschaften der digitalisierten Welt
Die Eigenschaften dieser „digitalisierten Welt“ gilt es auf abstrakter Ebene zu beschreiben:

a) Digitale Güter benötigen kein materielles Pendant.

b) Daten sind jederzeit in Echtzeit und (fast) überall verfügbar.

c) Jede digitale Kommunikation ist eine Duplikation.

d) Wissen wächst exponentiell.

e) Raum und Zeit verlieren an Bedeutung.

f) Kreativität und Empathie gewinnen (überproportional) an Bedeutung.

g) Zugang wird wichtiger als Besitz.

h) Sprache ist Basis in einer virtuellen Welt.

Zu a.) Digitale Güter benötigen kein materielles Pendant.

Mit Bezug auf den Bildungssektor war die Erfindung des Buchdrucks von herausragender Bedeutung. Keine andere Erfindung beschleunigte bis dahin die Verbreitung von Wissen in der Gesellschaft derartig stark. Das begünstigte die Expansion von Schulen und Bibliotheken in ganz Europa und darüber hinaus. Wissen, also Bücher, Schulfächer und ganze Studiengänge befinden sich inzwischen digitalisiert im Internet und warten auf Abruf und Bearbeitung. Während der materielle Zugang zu physischen Trägern von Bildung in den vergangenen Jahrhunderten das Hauptproblem bei der Verbreitung von Wissen war, entfällt diese Hürde in Zukunft gänzlich. Entscheidend werden hier hauptsächlich die Faktoren Zeit und Motivation sein.

Zu b.) Daten sind jederzeit in Echtzeit und (fast) überall verfügbar.

Das Wissen, dass Daten unseres gesamten Lebens erfasst werden und diese weltweit in Echtzeit abrufbar sind, führt uns in eine neue philosophische Debatte. Bei den meisten Entscheidern in Politik und Gesellschaft gibt es dazu aber nur ein eingeschränktes Bewusstsein, insbesondere in Bezug auf die Reichweite der Auswirkungen des „Digitalen Zeitalters“ auf unser Leben. Es gibt aktuell keinen gesellschaftlichen Konsens darüber was zu welchem Zweck gespeichert werden darf. Es bedürfte einer internationalen Vereinbarung, die aber in absehbarer Zeit nicht erreicht wird. Daher muss das Bewusstsein jedes Einzelnen in der Gesellschaft gefördert werden, dass es um eine der zentralen Fragen der Zukunft geht, wenn wir über Big Data und die gesellschaftlichen Auswirkungen sprechen. Dabei geht es nicht nur um die aktiv abgegeben Daten, sondern auch um die passiv erhobenen Daten, die einen wesentlich größeren Umfang haben, als von der Mehrheit der Bevölkerung gemeinhin angenommen wird.

Zu c.) Jede digitale Kommunikation ist eine Duplikation.

Ein beachtenswertes Merkmal der digitalen Kommunikation ist der zunehmende Grad an Speicherung von Daten. Jeder Kommunikationsprozess ist dabei das Duplizieren von Inhalten. Das hat sehr positive Auswirkungen, beispielhaft sei der Bereich Open Educational Resources (OER) in diesem Zusammenhang genannt. Dies führt aber auch zu ungewünschten Nebeneffekten. So greift die Debatte um das „Recht auf Vergessen“ das entscheidende Problem, das Speichern von Daten auf unbestimmte Zeit, zwar auf, löst es aber nur unzureichend; und ignoriert dabei die physischen Grundlagen des Internets, wenn vorgeschlagen wird, Inhalte länderspezifisch zu filtern. Vielmehr bedarf es einer gesellschaftlichen Debatte über Verhaltensregeln der Speicherung von Kommunikation, auch weit über die Grenzen von NRW und Deutschland hinaus. Ein dezentrales Netz ist ungeeignet für Depublikationsverfahren.

Zu d.) Wissen wächst exponentiell.

Reines Wissen wächst heutzutage mit exponentieller Geschwindigkeit. Während es in vergangenen Epochen noch mühselig zusammengeführt werden musste, gelangt es nun in Echtzeit in die ganze Welt. Es gibt nur noch wenige Zugangshürden, wie beispielsweise Sprache. Dazu kommt erstmalig, dass nicht nur das menschliche Gehirn dabei als Aggregator fungiert, sondern auch zunehmend Maschinen mithilfe von Algorithmen neues Wissen erzeugen. Notwendig erscheint also ein grundlegendes Wissen darüber, wie Maschinen dies tun, um zu verstehen, welche Daten und welches Wissen diese Maschinen produzieren.

Zu e.) Raum und Zeit verlieren an Bedeutung.

In einer „digitalisierten Welt“ verlieren Raum und Zeit an Bedeutung. Dies führt dazu, dass wir im täglichen Leben bewusst und unbewusst immer wieder Menschen mit unterschiedlichem Habitus aus anderen Lebenswelten begegnen. Dazu arbeitet die Welt im virtuellen Raum rund um die Uhr. Dies bedeutet, dass die Menschen, die offen und selbstdiszipliniert ihr Leben organisieren können, die Vorteile einer heterogenen und vielfältigen Lebens- und Arbeitswelt nutzen und dabei ihre Work-Life-Balance nicht aus den Augen verlieren. Jede Art der Kommunikation kann synchron oder asynchron organisiert werden. Gerade im Bereich der Arbeitswelt gilt es dies zu definieren.

Zu f.) Kreativität und Empathie gewinnt (überproportional) an Bedeutung.

In vielen Bereichen des Lebens und der Wirtschaft werden Prozesse immer mehr automatisiert. Viele körperliche Tätigkeiten fallen zunehmend weg, da sie durch Maschinen und Roboter ersetzt werden. Das Gleiche gilt für geistige Aufgaben, deren Routinen durch Algorithmen ersetzt werden können. Übrig bleiben tendenziell emotional-belastende und unberechenbare bzw. unvorhergesehene Momente. Dies führt dazu, dass mehr Zeit für kreative Aufgaben entsteht. Dies bedeutet aber auch, dass sich die Anforderungen an den einzelnen verändern.

Während Fähigkeiten wie beispielsweise handwerkliches Geschick eher an Bedeutung verlieren, werden Fähigkeiten, wie Kreativität und Empathie an Bedeutung gewinnen. Empathie gewinnt deshalb an Bedeutung, da der Umgang mit heterogenen Menschengruppen, zum Teil auch aus anderen Kulturräumen, ein größeres Einfühlungsvermögen für die Besonderheiten in der Kommunikation benötigt. Bei anonymen oder pseudonymen Kommunikationsformen braucht man auch zunehmend ein erwartungsunabhängiges Kommunikationsverhalten in Bezug auf Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Position.

Zu g.) Zugang wird wichtiger als Besitz.

Das Zeitalter der  „digitalisierten Welt“ zeichnet sich wie kein anderer Zeitpunkt in der Geschichte dadurch aus, dass man ressourcensparend leben und arbeiten kann. Dieser Gedanke ist nicht neu, doch fehlte bisher die dafür notwendige Vernetzung, den Tausch von Waren weltweit zu organisieren. Sieht man von der modernen Share Economy ab, geht es auch um den Bereich Urheberrecht. Dieser Bereich beeinflusst und behindert den Austausch von Wissen enorm. Die Entwicklung des Urheberrechts ist ein entscheidender Faktor wie sich Wissen in der Gesellschaft zukünftig verbreiten wird.

Zu h.) Sprache ist die Basis in einer virtuellen Welt.

In einer „digitalisierten Welt“ ist das Limit dort gesetzt wo der Horizont eines jeden Einzelnen und der gesamten Gesellschaft endet. Alle Gedanken, alle Vorstellungen und alle Träume können wir sprachlich ausdrücken. Die sprachlichen Fähigkeiten eines Individuums werden maßgeblich darüber bestimmen wie erfolgreich man sich in dieser Welt bewegen und wirken kann. Das gilt nicht allein für die Digitalisierung, jedoch haben wir es hier mit neuen Begrifflichkeiten und Kommunikationsmustern zu tun. Vor allem haben sich durch die „digitalisierte Welt“ ganz neue Sprachen und Sprachelemente (über Programmiersprachen hinaus) entwickelt.

II. Bedeutung für schulische Bildung

Trotz tiefgreifender Veränderungen durch die digitale Revolution verändern sich einige grundlegende Dinge nicht: Die übergeordneten Bildungsziele bleiben erhalten. Für jeden einzelnen geht es weiterhin darum, alles Wissen, alle Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erwerben, die zur Mitwirkung am gesellschaftlichen und politischen Leben als selbstbestimmtes Subjekt erforderlich sind.

Um eine möglichst gute Grundlage für die weitere Entwicklung der Gesellschaft zu legen, ist es entscheidend, gesellschaftliche Errungenschaften an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

Durch die Veränderungen der Anforderungen an den einzelnen, bedarf es mehr denn je, aufbauend auf einer gesicherten Grundbildung, einer Allgemeinbildung auf sehr hohem Niveau. Zunächst ist daher weiterhin anzustreben, allen Schülerinnen und Schülern ein möglichst hohes Maß an allgemeiner Bildung zu vermitteln. So werden sie dabei unterstützt, sich in der (digitalen und physischen) Welt und in der menschlichen Gemeinschaft zu orientieren sowie in möglichst vielen Fragen zu einem eigenen Urteil fähig zu sein.

Ein zentraler Ort zur Vermittlung einer soliden Grund- und Allgemeinbildung ist im schulischen Kontext die Grundschule, welche die Grundlagen des schulischen Erfolgs und damit auch der Chancen auf gesellschaftliches Mitwirken legt.

Auch wenn die Bildungsziele sich nicht grundlegend verändern, so ändert sich doch deren Kontext. Die Digitalisierung hat tiefgreifende Effekte auf jeden einzelnen und auf die Gesellschaft im Ganzen, die neue Anforderungen an die Bildung stellen.

Die Digitalisierung hat die Wissensproduktion nochmals erheblich gesteigert und den Zugang zu enormen Informationsbeständen erleichtert und verallgemeinert. Dies sowie die globale Vernetzung potenzieren die Komplexität von Welt und Gesellschaft für jeden einzelnen. Zur Orientierung in der Vielfalt ist gesichertes Wissen in den grundlegenden Wissensfeldern wichtiger denn je. Zur selbstbestimmten Mitwirkung an Kultur und Gesellschaft ist dieses Wissen allein jedoch nicht ausreichend. Hinzukommen müssen spezifische Kenntnisse und Fertigkeiten für die Teilnahme an den mehr und mehr digital gestützten Kommunikationsprozessen. Deshalb müssen Lernangebote, die sich der Partizipation im Netz zuwenden, zum verbindlichen Bestandteil der Schulbildung werden.

Dies macht deutlich, die zentralen Herausforderungen der Digitalisierung für die Bildung liegen darin, dass von den bisherigen Gegenständen der schulischen Bildung nichts an Bedeutung verliert, aber alles darauf hindeutet, dass neues hinzukommt und schulische Inhalte und Formate stärker bzw. anders gewichtet werden müssen. Zur Unterstützung der Fähigkeit zur selbstbestimmten Mitwirkung an der „digitalisierten Welt“ sind in der Schulbildung die folgenden Kenntnisse und Fähigkeiten angemessen zu berücksichtigen.
  • Informatische und technische Kenntnisse: Über die Ausbildung von Fertigkeiten zur Anwendung digitaler Werkzeuge hinaus, ist auch die Ausbildung von Fertigkeiten zur Gestaltung digitaler Angebote als Ziel anzustreben. Hierzu sind die technologischen Grundlagen von Informatiksystemen zu vermitteln. Auch kann der souveräne Einsatz digitaler Werkzeuge nur aufgrund von hinreichenden Kenntnissen dieser Grundlagen erfolgen.
  • Wissen um die Folgen und Begleiterscheinungen beim Einsatz verschiedener IT-Werkzeuge und um Handlungsoptionen für einen verantwortungsvollen Einsatz dieser Technologien: Bei jedem Klick gibt man Daten preis. Diese werden erfasst und systematisch ausgewertet. Daher sind Strategien für eine möglichst sichere Internetnutzung zu vermitteln, die beispielsweise Handlungsoptionen zum Schutz persönlicher Daten (Datensparsamkeit, Verschlüsslung etc.) beinhalten.
  • Medienkompetenz: Kinder und Jugendliche sollen durch die Reflexion des eigenen Medienhandelns sowie von ihnen beobachteter Einsatz von Medien in Familie und Gesellschaft, zu einem aktiven, kritischen, bewussten, selektiven und produktiven Umgang mit analogen und digitalen Medien hingeführt werden.
  • Umfassende kommunikative Fähigkeiten: Die Vernetzung mittels Webtechnologien ermöglicht den Austausch zwischen Menschen unterschiedlichster Herkunft. Um andere zu verstehen und eigene Gedanken erfolgreich zu vermitteln, ist die Vermittlung entsprechender Fähigkeiten anzustreben. Neben unserer Verkehrssprache gewinnen hierbei auch Fremdsprachen weiter an Bedeutung. Zu berücksichtigen ist, dass Kommunikation im Web oftmals schriftlich erfolgt, aber auch andere Symbolformen zunehmend verwendet werden.
  • Kenntnisse zu den Mechanismen der (digitalen) Öffentlichkeit: Die Nachrichten und Beiträge in den weltweiten Datennetzen schaffen ihre eigene mediale Realität. Um diese eigenständig zu bewerten und die medial vermittelten Informationen zur eigenen Urteilsbildung zu nutzen, sind Erfahrungen und Kenntnisse zu den Mechanismen der (digitalen) Öffentlichkeit erforderlich. So beispielsweise Kenntnisse zur Arbeitsweise von Nachrichtenredaktion oder zur Problematik der Vorselektion von Beiträgen durch personalisierte Webdienste. Dies soll in Verbindung mit praktischen Erfahrungen zur Mediennutzung vermittelt werden.
  • Urteilsfähigkeit durch kritisches Denkvermögen: Bloßes Wissen ist für die Urteilsbildung nicht hinreichend. Dazukommen muss kritisches Denkvermögen um Fragen der Gültigkeit von Aussagen oder Schlussfolgerungen nachzugehen. In der Vielfalt der „digitalisierten Welt“ ist die kritische Urteilsfähigkeit stärker herausgefordert.
  • Kreativität und problemlösendes Denken: Es gilt Kinder und Jugendliche zu befähigen, aufgrund von Wissen und Erfahrung neues zu gestalten und hierbei problemlösendes Denken anzuwenden. Dazu sind die unterschiedlichen Arten von Problemlösung in den einzelnen Fächern wie z.B. Mathematik, Informatik, Deutsch, Kunst oder Musik verstärkt zu vermitteln und den Schülerinnen und Schülern Möglichkeiten für ihre Anwendung in eigenen Projekten zu geben. Dabei muss die Kreativität der Kinder und Jugendlichen noch intensiver unterstützt werden.
Neben Wissen und Fertigkeiten bedarf es weiterer Voraussetzungen für eine effektive Mitwirkung an der Gemeinschaft und einen verantwortungsvollen Einsatz digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien.

Die Vermittlung verantwortungsbewussten Handelns kann nicht auf demselben Wege organisiert werden wie die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten. Neben Beobachtungen, der kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten sowie der Übung bedarf es insbesondere der intrinsischen Motivation. Ein extern übergestülpter Verhaltenskodex wird nicht zum gewünschten Erfolg führen. Durch Routine, Beobachtung und kritische Selbstreflektion muss eine intrinsische Überzeugung für das eigene verantwortungsvolle Handeln aufgebaut werden.

Zu den wichtigsten Handlungskompetenzen gehören in der digitalen Welt Kooperationsbereitschaft und Kooperationsfähigkeit. Erfolgreiches Mitwirken erfordert daneben auch Mäßigkeit in den Erwartungen gegenüber anderen, Zurückhaltung im Auftreten gegenüber anderen, Respekt und Toleranz, d.h. die Anerkennung des Gegenüber in seiner Würde und Bescheidenheit aufgrund der Erfahrung der eigenen Grenzen hinsichtlich Können und Wissen und damit der eigene Fehlbarkeit.

Neben Angeboten im Rahmen des Unterrichts zur angeleiteten Zusammenarbeit bedarf es daher auch vermehrt Angebote, die den Kindern und Jugendlichen den Raum und die Zeit für freie Betätigung unter bewusstem Verzicht auf Anleitung, alleine oder in der Gruppe, gewähren.

Zudem sind psychische Ressourcen erforderlich, so beispielsweise ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit angesichts der Flut der Reize. Zum anderen zeigt sich bereits jetzt, dass auf den zunehmenden emotionalen Stress im Erwachsenenalter in der Schule nicht ausreichend vorbereitet wird und es keine ausreichenden Strategien gibt, diesem Problem zu begegnen.

III. Lehrerberuf und Lehrerausbildung

Auch wenn sich im Internet zahllose Angebote und Inhalte finden, die jedem für das selbstständige Lernen zur Verfügung stehen, ist in der Regel die professionelle Anleitung und Vermittlung in allen Bildungsbereichen weithin notwendig. Die Fähigkeiten, die zum selbstständigen Lernen unabdingbar sind, können bei Kindern und Jugendlichen nicht als vorhanden vorausgesetzt werden. Sie müssen angebahnt und entwickelt werden. Zudem ist, wie oben gezeigt, weiterhin für alle Kinder und Jugendlichen die verbindliche Befassung mit Fachinhalten im Sinne einer Allgemeinbildung unverzichtbar.

Die Digitalisierung macht auch beim Lehrerberuf keine der bestehenden Aufgaben verzichtbar, sondern bringt über die bisherigen Aufgaben hinaus neue hinzu. Dies stellt hohe Anforderungen an die Lehrerausbildung. Es ist offensichtlich, dass die jüngeren Reformen der Lehrerausbildung nicht geeignet sind, eine Lehrerbildung zu gewährleisten, die diesen Anforderungen gerecht werden kann.

Angesichts einer mehr und mehr mediatisierten Lebenswelt der Heranwachsenden und der Absicht, mehr digitale Medien in der Schule einzusetzen, muss in den Lehramtsstudiengängen auch die Medienpädagogik eine wichtige Rolle spielen. Eine mediendidaktische Ausbildung hilft dabei, einen pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Werkzeuge im Fachunterricht zu gestalten. Aufgrund der Leitmedientransformation ist absehbar, dass auch im Kontext der Schule mehr und mehr digitale Medien als Lernmaterial zum Einsatz kommen werden.

Somit werden Kenntnisse über die Möglichkeiten digitaler Materialen für die kompetente Auswahl der Medien für den Einsatz im Unterricht zentral. Dazu gehören neben der pädagogisch fundierten Beurteilung der Eignung der Materialien für den jeweiligen Unterrichtseinsatz auch Kenntnisse über Urheberrechtsfragen und über den Zugang zu Lernmaterialien unter freien Lizenzen (OER).

Die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler in Hinblick auf den verantwortungsvollen Einsatzes digitaler Medien ist dem Erziehungsauftrag der Schulen zuzurechnen. Daher sind in den Lehramtsstudiengängen Angebote der Medienbildung/-erziehung auszubauen, um entsprechende Kenntnisse bei den Lehrerinnen und Lehrern aller Fächer zu verbessern. Insbesondere Fragen des Datenschutzes sind dabei zu berücksichtigen. Diese sind nicht nur an die Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, sondern auch an alle an Schule beteiligten. Dazu gehören die Schulverwaltung, die Schulsozialarbeiter und die Eltern. So ist zum Beispiel zu gewährleisten, dass bei der Verarbeitung von Schülerdaten der Datenschutz strikt eingehalten wird.

Ohne Kenntnisse der technologischen Grundlagen ist kein verantwortungsvoller Einsatz digitaler Medien im Unterricht, keine Medienerziehung im Hinblick auf netzwerkbasierte Interaktion und keine hinreichende Reflexion von Datenschutzfragen in der digitalen Welt möglich. Deshalb sind sofort passende Angebote zu den Grundlagen der Informatik verpflichtend in allen Lehramtsstudiengängen einzuführen.

Neben der Lehrerausbildung ist auch die Bedeutung der Lehrerfortbildung für die Gestaltung der anstehenden Transformationsprozesse an den Schulen zu berücksichtigen. Denn zum einen ist auch eine ideale Lehrerausbildung nicht in der Lage, einen auf jede Situation vorbereiteten und berufsfertigen Lehrer auszubilden. Zudem sind auch die Lehrerinnen und Lehrer in die notwendige Schul- und Unterrichtsentwicklung einzubeziehen, die in ihrer Lehrerausbildung noch nicht mit den neuen Gegenständen einer Bildung in der digitalen Welt vertraut gemacht wurden. Die Lehrerfortbildung ist daher als dritte Phase der Lehrerausbildung systematisch auszubauen.

Um zu verdeutlichen wie wichtig eben jener Aspekt ist, muss man sich vor Augen führen, dass das Land Nordrhein-Westfalen circa 195.000 Lehrkräfte (laut Schulstatistik 2015) in den Schulen hat. Das Land bildet weniger als 50 Informatiklehrer im Jahr aus. Bis diese in adäquater Zahl in die Lehrerkollegien in ganz Nordrhein-Westfalen hineingewachsen sind, vergehen Jahrzehnte. Zudem ist es unabdingbar, dass Informatik als Pflichtfach eingeführt wird, was den Lehrerbedarf noch erhöht.

Diese Fakten verdeutlichen, dass man unabdingbar mit dem vorhandenen Personal arbeiten muss. Es gibt aktuell jedoch kein verbindliches einheitliches Konzept, das medienpädagogische Wissen in die Breite zu tragen, so dass wirklich alle Schulen im ganzen Land erreicht werden können.

IV. Standards der „digitalen Welt“ und Schule

Offenes Internet – Kulturgut und Daseinsvorsorge

Das offene und freie Internet als Kulturgut und als öffentliche Daseinsvorsorge bedarf eines besonderen Schutzes. Zum Ausdruck muss dies gebracht werden in dem gerade in dem sensiblen Bereich der Ausbildung auch besonderer Wert darauf gelegt wird, dies zu vermitteln. Die Vorteile einer vernetzten Welt kann man nur dann gewinnbringend nutzen, wenn der Zugang zum freien Internet für wirklich jeden als Standard definiert wird. Hier spielt Plattform- und Netzneutralität eine gewichtige Rolle. Mittlerweile gibt es sowohl bei der Breitbandversorgung als auch bei der Ausstattung mit digitalen Endgeräten Lösungen, die die genannten Ziele ermöglichen. Glasfaser bis zur Schulpforte und flächendeckendes W-LAN in allen Schulgebäuden ist dabei als absoluter Standard anzusehen.

Die Eins zu Eins-Ausstattung mit digitalen Endgeräten sollte strukturiert erfolgen. Während sich durch Digitalisierung viele Strukturen verändern, wäre es im Bereich der Technik dringend notwendig hier klare Strukturen aufzubauen. Zunächst muss ein Mindeststandard für die Geräte definiert werden. Die Anforderungen leiten sich aus den zu vermittelnden Inhalten im Unterricht ab. Danach sollten Empfehlungen vom Ministerium erarbeitet werden, welche technologischen Geräte diesen Standards entsprechen. Nur diese Geräte sollten im Unterricht eingesetzt werden. Ganz zum Schluss kann dann der Schulträger beschließen, ob er auf ein Modell „bring your own device“ wie bei den bisher eingesetzten grafikfähigen Taschenrechnern setzt oder der Schulträger selbst die nötigen Geräte anschafft.

Als neue Kategorie in der Schulausstattung kommt der Software zentrale Bedeutung zu. Hier führt kein Weg am Einsatz von entsprechend geprüfter Open Source Technologie vorbei, da nur diese Betriebssysteme den Einsatz von digitalen Endgeräten durch Schutzbefohlene unter Wahrung des Datenschutzes und der Datensicherheit ermöglichen. Gleiches gilt hier natürlich auch für eingesetzte Programme und Applikationen. Zudem bleibt festzuhalten, dass sich ein standardisiertes System leicht per Fernwartung betreiben lässt und somit die Lehrkräfte davon befreit, dies auch noch übernehmen zu müssen.

Open Educational Resources (OER) – Mittel um Urheberrecht im Bildungssystem zu überwinden

Neben rein technischen Produkten und Dienstleistungen gibt es auch eine rechtliche Komponente, die eingangs angesprochen wurde. OER bilden die rechtlich einwandfreie Grundlage für den freien Austausch von Wissen, den wir uns für die Bildung wünschen und der wie keinen anderer die Ära der Digitalisierung prägt und prägen wird. Das Bildungsverlagswesen dominiert bis heute den Markt mit einem Geschäftsmodell, das noch aus Zeiten Gutenbergs stammt. Auch die Finanzierung von Lernmittel hat sich im Laufe der Zeit diesem Modell angepasst. Dies hemmt die Finanzierung der Erstellung von freilizenzierten Bildungsmaterialien ungemein. Wer also Bildung in der „digitalisierten Welt“ reformieren möchte, muss sich zwangsläufig auch mit dem Urheberrecht und den Finanzierungsmodellen auseinandersetzen. Ein klares Plädoyer für die Finanzierung von freilizenzierten Inhalten kann durchaus unterschiedlich ausfallen, ist aber ein weiterer wichtiger Grundstein.

V. Der Landtag stellt fest
  • Die wichtigsten „neuen“ Eigenschaften in der digitalisierten Welt sind die Grundlage für die Neuausrichtung in der Bildungsarbeit. Sie lauten:
a.    Digitale Güter benötigen kein materielles Pendant.
b.    Daten sind jederzeit in Echtzeit und (fast) überall verfügbar.
c.    Jede digitale Kommunikation ist eine Duplikation.
d.    Wissen wächst exponentiell.
e.    Raum und Zeit verlieren an Bedeutung.
f.    Kreativität und Empathie gewinnen (überproportional) an Bedeutung.
g.    Zugang wird wichtiger als Besitz.
h.    Sprache ist Basis in einer virtuellen Welt.
  • Die übergeordneten Ziele der Bildung ändern sich nicht. Lediglich kommen einige Ziele neu dazu. Allerdings ändert sich der Kontext in dem Schule stattfindet. Dies gilt es zu berücksichtigen.
VI. Der Landtag beschließt,
  • die Landesregierung aufzufordern eine „Strategie für die schulische Bildung in der digitalisierten Welt“ zu entwickeln und dabei insbesondere folgende Aspekte zu berücksichtigen:
a.    Die Verbesserung der allgemeinbildenden Angebote für alle Schülerinnen und Schüler als oberstes Ziel zu verfolgen. Hierbei sind insbesondere Maßnahmen zur Verbesserung des Bildungserfolgs von bildungsbenachteiligten Schülerinnen und Schülern zu ergreifen. Besondere Aufmerksamkeit ist den Unterrichts- und Arbeitsbedingungen an den Grundschulen zu widmen, wo die Grundlagen für eine möglichst erfolgreiche Schullaufbahn gelegt werden.
b.    An allen Schulformen in der Sekundarstufe I ist das Pflichtfach Informatik den naturwissenschaftlichen Fächern gleichzustellen. In der Primarstufe sind Elemente einer informatischen Allgemeinbildung in die Lehrpläne aufzunehmen.
c.    Elemente einer digitalen Medienbildung muss in den Lehrplänen aller Schulformen verbindlich verankert werden.
d.    Die Funktionsweise der (digitalen) Öffentlichkeit in den gesellschaftskundlichen Fächern ist angemessen zu berücksichtigen, um das Bewusstsein für die Eigentümlichkeiten der medialen Realitätskonstruktion zu schärfen.
e.    Geeignete Rahmenbedingungen an Schulen sind zu schaffen, die Sprachbildung, Fremdsprachenerwerb, kommunikative Fähigkeiten, kritisches Denken sowie Kreativität und problemlösendes Denken wirksam unterstützen.
f.    Es sind geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Einsatz zeitgemäßer digitaler Werkzeuge im Fachunterricht begünstigen und so den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, den Einsatz neuer Technologien als Arbeitsmittel einzuüben.
g.    Die Lehramtsausbildung muss den neuen Anforderungen entsprechend weiterentwickelt werden.
h.    Die Lehrerfortbildung ist zu einer dritten Phase der Lehrerausbildung systematisch auszubauen.
i.    Die Lernmittelfreiheit bedarf der Modernisierung.
j.    Standards für die IT-Infrastruktur und für den Einsatz von digitalen Endgeräten im Unterricht müssen gemeinsam mit den Kommunen entwickelt werden. Dabei ist insbesondere auf „freie und Open Source Software“ (FOSS) zu setzen.
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