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Beschämendes Desinteresse bei den Medikamentenversuchen an Heimkindern

 
Beschämendes Desinteresse bei den Medikamentenversuchen an Heimkindern

Zu den aufgedeckten Medikamentenversuchen mit Schleswiger Heimkindern erklärt Wolfgang Dudda, sozialpolitischer Sprecher der Piratenfraktion im schleswig-holsteinischen Landtag:

“Einmal mehr zeigt sich, wie wenig Unterstützung unser Bundesland ehemaligen Heimkindern gewährt. Statt Hilfe bei der Aufarbeitung des Unrechts, das ihnen unter staatlicher Aufsicht zugefügt wurde, ernten sie einmal mehr Desinteresse.

Betroffene haben sich schon vor Monaten an uns PIRATEN gewandt mit der Bitte, ihre Sorgen und Nöte in den Landtag zu tragen.

Nach mehreren Gesprächen mit ihnen haben wir als Piratenfraktion bereits Anfang Juli einen Antrag ins Plenum eingebracht. Darin fordern wir die Landesregierung auf, sich für die umfassende Aufarbeitung der Vorgänge sowie der Entschädigung der Betroffenen auf Bundes- und Landesebene einzusetzen. Diesen Antrag hat der Landtag in den Sozialausschuss geschoben, der ihn dann mit den Stimmen von SPD, Grüne, SSW, CDU und FDP vertagt hat. Deutlicher kann Desinteresse nicht ausgedrückt werden.

Außer Frage steht, dass mit Geld nicht wiedergutzumachen ist, was den Betroffenen angetan wurde. Dennoch haben sie einen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung. Diese Entschädigung müssen diejenigen zahlen, die es zu verantworten haben, gleichermaßen wie diejenigen, die davon profitiert haben. In Verantwortung war das Land, davon profitiert hat die Pharmaindustrie. Beide sind jetzt aufgefordert, das in Ordnung zu bringen.

Ich finde es beschämend, dass allem Anschein nach der erforderliche politische Wille hierzu fehlt.”

Bild: I-vista / pixelio.de

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Medikamententests an Berliner Heimkindern: Senat muss Vergangenheit aufarbeiten – Alexander Spies

 
Medikamententests an Berliner Heimkindern: Senat muss Vergangenheit aufarbeiten – Alexander Spies

16.09. 2016

In der Zeit von 1949 bis 1975 kam es in Heimen für Kinder und Jugendliche zu schweren Menschenrechtsverletzungen. Dazu gehörten auch Medikamententests führender Pharmahersteller. Auf Nachfrage der Piratenfraktion zur Situation in Berlin gab es keine befriedigenden Antworten. Jetzt wurde eine neue Untersuchung veröffentlicht, die nahelegt, dass auch in Berlin Medikamentenversuche an Heimkindern durchgeführt wurden.

Dazu Alexander Spies, Fraktionsvorsitzender und sozialpolitischer Sprecher:

„Bei der Aufarbeitung des Unrechts an ehemaligen Heimkindern hat sich der Senat bisher wenig engagiert. Hinweise auf kriminelle Menschenversuche wurden ignoriert. Die Umsetzung des Entschädigungsfonds für Menschen ohne Behinderung ist mangelhaft, der Entschädigungsfonds für ehemalige Heimkinder aus Einrichtungen der Behindertenhilfe noch immer nicht eingerichtet.

Den Hinweisen, dass, anders als in der Antwort auf meine Schriftliche Anfrage dargestellt, doch Medikamententests an Berliner Heimkindern unternommen wurden, muss der nächste Senat dringend nachgehen. Die schweren Versäumnisse der letzten fünf Jahre in diesem Themenbereich müssen aufgearbeitet werden. „

Schriftliche Anfrage der Piratenfraktion:

„Wurden Medikamente an Berliner Heimkindern in den 50er bis 70er Jahren getestet?“ (Drs. 17 / 17905)

Studie von Sylvia Wagner:

Ein unterdrücktes und verdrängtes Kapitel der Heimgeschichte – Arzneimittelstudien an Heimkindern

(S.74)
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